Kostenvergleich E-Auto vs. Verbrenner: Was ist günstiger?

Bei der Entscheidung für ein E-Auto wird häufig zuerst auf den Kaufpreis geschaut. Dabei ist der Anschaffungspreis nur ein Teil der tatsächlichen Kosten. Entscheidend ist, was ein Fahrzeug über die gesamte Haltedauer kostet.
Ein Vergleich zwischen einem VW ID.3 Neo und einem VW Golf über 10 Jahre zeigt, wie deutlich sich die Gesamtkosten unterscheiden können.
Nicht nur der Kaufpreis zählt
Für einen fairen Vergleich müssen neben dem Kaufpreis auch die laufenden Kosten berücksichtigt werden. Dazu gehören unter anderem:
- Strom bzw. Kraftstoff
- Wartung und Inspektionen
- Kfz-Steuer
- Versicherung
- Reifen und weitere laufende Kosten
- mögliche Förderungen bzw. Einnahmen wie die THG-Prämie
- Wertverlust bzw. Restwert
Beispiel: VW ID.3 Neo gegen VW Golf
Für den Vergleich wurde eine Haltedauer von 10 Jahren betrachtet und als durchschnittliche jährliche Fahrleistung 12.000 Kilometer angesetzt. Der Strompreis von 0,4 € pro kWh entspricht ebenso dem Durchschnitt in Deutschland.

Unter den zugrunde gelegten Annahmen ergibt sich beim VW ID.3 Neo gegenüber dem VW Golf eine Gesamtersparnis von rund 7.900 € über zehn Jahre. Wer Preise vergleicht, kann über den Strompreis die Kosten weiter reduzieren. Dynamische Stromtarife können eine Option sein, wenn das Auto nachts lädt. Aktuell gibt es aber auch Angebote für private Stromtarife mit unter 0,3 € pro Kilowattstunde.
Ein privater Strompreis von 0,3 € erhöht den Kostenvorteil sogar auf 9.600 €.
Besonders deutlich wird der Unterschied im Stadtverkehr
Wie stark sich ein E-Auto finanziell lohnt, hängt allerdings vom individuellen Fahrprofil ab.
Bei einem Fahrprofil mit überwiegend Stadtverkehr fällt die Rechnung noch deutlicher zugunsten des E-Autos aus. Im betrachteten Beispiel ergibt sich eine
Ersparnis von rund 13.800 € bei überwiegendem Stadtverkehr über zehn Jahre.
Der Grund: Im Stadtverkehr kann ein Elektroauto seine Effizienz besonders gut ausspielen. Häufiges Anfahren und Abbremsen verursacht beim Elektroantrieb vergleichsweise wenig Energieverlust. Beim Bremsen kann außerdem ein Teil der Bewegungsenergie über die Rekuperation zurückgewonnen werden.
Was, wenn ich nicht zu Hause laden kann?
Dass keine Lademöglichkeit zu Hause kein Problem ist, lässt sich mit Blick auf die Ladepreise schnell feststellen. Gerade für Vielfahrer gibt es attraktive Tarife. In unserem Beispiel rechnen wir mit dem EnBW Tarif L. Bei einer monatlichen Grundgebühr kostet die Kilowattstunde Strom 0,39 €.
Selbst für E-Autofahrer ohne heimische Lademöglichkeit mit gemischtem Fahrprofil ergibt sich somit für das E-Auto gegenüber dem Verbrenner ein
Ersparnis von ca. 6.630 € über 10 Jahre.
Die THG-Prämie verbessert die Rechnung zusätzlich
In der Beispielrechnung wurde außerdem eine jährliche THG-Prämie von 210 € berücksichtigt.
Für Halter eines reinen Elektroautos kann die THG-Quote eine zusätzliche Einnahme darstellen. Über zehn Jahre ergibt sich bei konstant angesetzten 210 € pro Jahr ein Betrag von 2.100 €. Es gibt hierbei eine Vielzahl von Anbietern mit unterschiedlichsten Preisen. Ich persönlich nutze Geld-fuer-eauto.de (und erhalte eine kleine Provision, wenn du es auch tust 😊). Aktuell erhältst du dort sogar 390 € für 2026.
Wichtig ist allerdings: Die tatsächliche Höhe der THG-Prämie kann sich von Jahr zu Jahr verändern. Sie sollte deshalb bei einer persönlichen Fahrzeugrechnung nicht automatisch dauerhaft mit einem festen Betrag angesetzt werden. Aufgrund der geplanten regelmäßigen Erhöhung der CO2-Quote ist allerdings eine Steigerung der THG-Prämie möglich.
Das eigene Fahrprofil ist entscheidend
Die Beispielrechnung zeigt vor allem eines: Es gibt nicht die eine Antwort auf die Frage, ob ein E-Auto günstiger ist.
Wie wirtschaftlich ein Elektroauto tatsächlich ist, hängt unter anderem davon ab,
- wie viele Kilometer du pro Jahr fährst,
- ob du überwiegend Stadt, Landstraße oder Autobahn fährst,
- zu welchem Preis du dein Auto laden kannst,
- wie lange du das Fahrzeug behalten möchtest und
- welchen Wiederverkaufswert das Fahrzeug nach einigen Jahren noch hat.
Gerade die Möglichkeit, regelmäßig zu Hause oder am Arbeitsplatz zu laden, kann einen großen Unterschied machen.
Deshalb sollte man nicht nur den Kaufpreis vergleichen
Ein E-Auto kann auf den ersten Blick teurer wirken als ein vergleichbarer Verbrenner. Betrachtet man jedoch die Gesamtkosten über mehrere Jahre, ist das E-Auto wie in unserer Beispielrechnung in der Regel deutlich günstiger.
Du möchtest nun auch umsteigen?
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