Mazda CX-6e

Mazda bringt mit dem CX-6e einen neuen elektrischen Crossover auf den Markt. Das Fahrzeug verbindet ein auffälliges Design mit viel Platz und einer hochwertigen Verarbeitung. Im Test haben wir uns angesehen, wie sich der CX-6e im Alltag schlägt, wo seine Stärken liegen und für wen er eine interessante Wahl sein kann.
Der Überblick
- 78 kWh Batterie für bis zu 484 km Reichweite
- 10 auf 80 % Schnellladen in 24 Minuten
- 3 Ausstattungslinien, beginnend ab 49.990 €
- Highlights: hochwertiger Innenraum, sehr leise bei hohem Tempo, großes Panoramadisplay
- Lowlights: gewöhnungsbedürftige Bedienung, schwache Assistenzsysteme
Technische Daten
| Leistung | 190 kW / 258 PS |
|---|---|
| 0–100 km/h | 7,9 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 185 km/h |
| Nutzbarer Batterieinhalt | 78 kWh |
| WLTP-Reichweite | bis 484 km |
| AC-Laden | 11 kW |
| DC-Laden | bis 200 kW |
| DC 10–80 % | 24 min |
| Kofferraum | 468–1.434 l |
| Frunk | 80 l |
| Länge x Breite x Höhe | 4,85 m x 1,94 m x 1,62 m |
| Anhängelast | 1.500 kg |
Erster Eindruck
Mazda hat dem CX-6e ein auffälliges und eigenständiges Design verpasst. Das Fahrzeug sticht aus der Masse heraus und weiß auch durch seine hochwertige Verarbeitung zu punkten. Bei der Fahrleistung bleibt der CX-6e dagegen durchschnittlich. Mit 258 PS und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 7,9 Sekunden ist er ausreichend motorisiert, richtet sich aber an Fahrer, die keinen besonderen Wert auf sportliche Performance legen.
Motor und Batterie sind bei allen Varianten identisch, allerdings können Kunden aus drei Ausstattungslinien ab 49.990 € wählen. Bereits die Basisausstattung ist umfangreich. Je nach Ausstattungslinie kommen unter anderem eine Sitzheizung im Fond oder digitale Außenspiegel hinzu. Unterschiede gibt es zudem bei Design und Materialien im Innenraum.
Innenraum & Alltag
Im Innenraum bietet der Mazda viel Platz. Sowohl vorne als auch im Fond gibt es eine Menge Kopf- und Beinfreiheit. Dadurch eignet sich der Mazda auch für längere Fahrten mit mehreren Erwachsenen. Besonders sticht das 26,45“ große Display heraus, welches sich über das Amaturenbrett erstreckt. Fahrer und Beifahrer können dieses parallel bedienen, der Beifahrer allerdings nur im Parkmodus Videos schauen.
Positiv fallen dagegen das Panoramadach inklusive Rollo, sowie die komfortablen elektrischen Sitze mit Memoryfunktion, Sitzheizung und -belüftung auf. Statt auf ein klassisches Fahrerdisplay setzt Mazda auf ein Head-up-Display, was alle wichtigen Informationen anzeigt. Optional sind in der Takumi Plus-Ausstattung digitale Außenspiegel verfügbar, woran man sich allerdings gewöhnen muss. Mit derselben Ausstattungslinie gibt es zudem auch auf der Rückbank Sitzheizung und -belüftung.
Der verfügbare Stauraum ist im Mazda ausreichend. Der Kofferraum bietet 468 l Platz, bei umgeklappter Rückbank bis zu 1.400 l. Vergeblich sucht man hier einen Unterboden im Kofferraum, in dem andere Modelle teils ganze Koffer verschwinden lassen. Dafür fällt der Frunk mit 80 l groß aus. Hier gibt es optional einen praktischen Korb-Einsatz, welchen man für einen Einkauf herausnehmen kann.
Bedienung & Infotainment
Bei der Bedienung orientiert sich Mazda stark an Tesla: Viele Funktionen werden über das Display-gesteuert. Knöpfe gibt es nur am Lenkrad. Mazda folgt also nicht dem Trend der Branche, sodass man sich erst mal mit dem Menü auseinandersetzen muss. Im Test reagierte das System allerdings nicht immer zuverlässig. Selbst vorgegebene beziehungsweise naheliegende Befehle wie „Öffne die Fenster um 50 %“ wurden nicht verstanden.
Auch die Menüstruktur erfordert etwas Eingewöhnung. Viele Funktionen und Informationen befinden sich in Untermenüs und sind nicht auf Anhieb zu finden. Beispielsweise wird der aktuelle Fahrmodus nicht dauerhaft direkt angezeigt.
Im Fond gibt es ein eigenes Display, über das sich unter anderem Temperatur und Lüfterstärke der 3-Zonen-Klimaanlage, sowie das Rollo des Panoramadachs steuern lassen.

1 / 8 · Mazda CX-6e von vorne
Fahrgefühl
Der CX-6e fährt sich komfortabel und unkompliziert. Trotz der 258 PS fehlt ihm allerdings etwas der Nachdruck beim Beschleunigen. Die 7,9 Sekunden auf 100 km/h sind zwar für den Alltag vollkommen ausreichend, vermitteln aber kein besonders dynamisches Fahrgefühl.
Die Lenkung folgt angenehm den Vorgaben des Fahrers, während das Fahrwerk Unebenheiten souverän abfedert. Insgesamt ist der Mazda eher auf Komfort als auf sportliches Fahren ausgelegt. Wer ein besonders dynamisches Elektroauto sucht, dürfte sich bei anderen Modellen wohler fühlen.
Sehr positiv fällt dagegen die Geräuschdämmung auf. Selbst bei hohen Geschwindigkeiten bleibt es im Innenraum bemerkenswert ruhig. Auch bei rund 180 km/h sind Wind- und Fahrgeräusche nur wenig präsent. Das Soundsystem passt gut zu diesem Charakter und sorgt für einen insgesamt sehr angenehmen Innenraum.
Deutlich weniger überzeugen konnten die Assistenzsysteme. Zwar bietet der CX-6e zahlreiche Funktionen, im Test traten jedoch einige Schwächen auf. Die Spurzentrierung arbeitete nicht zuverlässig. Mehrfach verließ das Fahrzeug die Spur, während die Lenkung gleichzeitig sehr nervös wirkte. Das Lenkrad korrigierte teilweise hektisch und wirkte dadurch eher unruhig als unterstützend.
Hinzu kommen zahlreiche akustische Warnungen. Da manche Informationen nicht unmittelbar ersichtlich sind, muss der Fahrer häufiger auf das Display schauen. Die Aufmerksamkeitserkennung reagierte darauf entsprechend häufig.
Unterm Strich war es im Test angenehmer, selbst die Kontrolle zu behalten und die Assistenzsysteme nur gezielt einzusetzen.
Reichweite & Laden
Der CX-6e verfügt über eine 78-kWh-Batterie und lädt mit bis zu 11 kW an AC-Ladesäulen. Am Schnelllader sind bis zu 195 kW möglich. Für eine Ladung von 10 auf 80 % gibt Mazda rund 24 Minuten an. Je nach Ausstattung liegt die WLTP-Reichweite bei bis zu 484 beziehungsweise 468 Kilometern.
Auf unserer Testfahrt mit einer Mischung aus Stadtverkehr, Landstraße und Autobahn lag der Verbrauch bei 20,8 kWh pro 100 Kilometer. Bei einer entspannten Fahrweise sind damit rund 400 Kilometer Reichweite realistisch. Positiv: Eine Wärmepumpe gehört bereits zur Serienausstattung.
Weniger erfreulich ist dagegen das Fehlen von Vehicle-to-Load. Die mittlerweile bei zahlreichen Elektroautos verfügbare Funktion, mit der sich externe Geräte direkt über die Fahrzeugbatterie versorgen lassen, bietet der CX-6e nicht.
Highlights
- Auffälliges, eigenständiges Design
- Hochwertige Verarbeitung und Materialien
- Viel Platz im Innenraum
- Sehr leiser Innenraum – auch bei hohem Tempo
- Großes 26,45-Zoll-Panoramadisplay
- Komfortable Sitze mit elektrischer Verstellung sowie Sitzheizung und -belüftung
- Optional digitale Außenspiegel und beheiz- und belüftbare Rücksitze
- 80-Liter-Frunk
Lowlights
- Stark displayzentrierte Bedienung mit vielen Untermenüs
- Display reagiert im Test teilweise nicht zuverlässig
- Schwache Spurzentrierung
- Nervöse Assistenzsysteme und viele akustische Warnungen
- Wenig dynamisches Fahrgefühl
- Kameras mit vergleichsweise niedriger Auflösung
- Kein Matrix-Licht
- Kein Einparkassistent
Im Wettbewerb
Alternativen zum Mazda CX-6e sind Smart #5, Skoda Peaq oder Model Y, welche zu ähnlichen Preisen um die 50.000 € verfügbar sind. Ausstattung und Reichweite sind dabei vergleichbar, allerdings bieten die Alternativen hier mehr. Auch beim Kofferraumvolumen steht der Mazda hinten an. Der Smart #5 kann zudem mit 800 V auftrumpfen. Positiv hervorzuheben ist dagegen die hochwertige Verarbeitung. Wer diese bevorzugt, kann als Alternative auch den Mercedes GLB in Betracht ziehen, welcher allerdings viele Funktionen nur optional anbietet.
Fazit
Der Mazda CX-6e ist ein komfortabler und hochwertig verarbeiteter Elektro-Crossover für Fahrer, die Wert auf ein außergewöhnliches Design, viel Platz und einen besonders ruhigen Innenraum legen.
Seine Fahrleistungen sind ausreichend, aber nicht sportlich. Auch bei den Assistenzsystemen und der Bedienung zeigt der Mazda einige Schwächen. Wer häufig mit Spurführung und Abstandsregeltempomat fährt oder eine besonders intuitive Bedienung erwartet, sollte sich die Alternativen in dieser Preisklasse genauer ansehen.
Wer dagegen entspannt unterwegs ist, eine hochwertige Verarbeitung schätzt und kein besonders dynamisches Fahrverhalten erwartet, bekommt mit dem CX-6e ein interessantes Gesamtpaket zu einem fairen Preis.
Kurz gesagt: Der CX-6e ist weniger der sportliche Technologieträger als der komfortable Cruiser mit eigenständigem Design.
